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	<title>Brasilien 2010</title>
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		<title>Farbkleckse, Natur und mehr</title>
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		<pubDate>Tue, 27 Jul 2010 16:12:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>servir2010</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Brasilianer sind anders als Deutsche, das steht für uns spätestens seit dem vergangenen Samstag endgültig fest.  An diesem Tage waren wir zu einer Veranstaltung im Servir eingeladen, bei der es eigentlich um ein sehr ernstes Thema ging, was die Zukunft des Landes betrifft und in der auch die Kinder des Servir schon eingebunden werden sollen. <a href="http://servir2010.wordpress.com/2010/07/27/farbkleckse-natur-und-mehr/" class="excerpt-more-link">[&#8230;]</a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=servir2010.wordpress.com&amp;blog=14316246&amp;post=65&amp;subd=servir2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Brasilianer sind anders als Deutsche, das steht für uns spätestens seit dem vergangenen Samstag endgültig fest.  An diesem Tage waren wir zu einer Veranstaltung im Servir eingeladen, bei der es eigentlich um ein sehr ernstes Thema ging, was die Zukunft des Landes betrifft und in der auch die Kinder des Servir schon eingebunden werden sollen. Natürlich ging es hierbei, wie auch in der Messe des Sonntags letzter Woche, um die Zukunft des Rio São Francisco, der Lebensader Januárias, nur kindgerecht aufbereitet. Einige Laiendarsteller, unter anderem Angestellte und Kinder des Servir, stellten in einfachen aber eindrücklichen Szenen die Geschichte eines typischen Kleinbauern aus der Region dar. Über Generationen pflanzt er seine landwirtschaftlichen Produkte an, verkauft einen großen Teil davon und lebt mit sich, seiner Familie und der Umwelt im Einklang. Dann kommt plötzlich die Agroindustrie, verkauft besondere Saatgüter und den dazu nötigen Dünger und verspricht dem Bauern eine glückliche, wesentlich arbeitsärmere Zukunft. Das geht natürlich schief &#8211;  der Bauer muss sein Land verkaufen und wird von der eigenen Scholle vertrieben. Seine Sorgen ertränkt der im Alkohol während die Familie auseinanderbricht und verelendet. Das ganze wurde untermalt von auf das Thema zugeschnittenen Tanzeinlagen der Kinder und Jugendlichen. Krönender Abschluss war die Prämierung eines für die Jugendlichen ausgeschriebenen Lyrik- Wettbewerbs zum gleichen Thema.</p>
<p><a href="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/auffuhrung3.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-66" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/auffuhrung3.jpg?w=500&#038;h=375" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Nach dieser lehrreichen und offenbar in vielen Unterrichtsstunden vorbereitete Veranstaltung stürmte die „Band“ des Servir die Bühne und stimmte typische brasilianische Musik an, auf die dann alle wild lostanzten. Dass es 11 Uhr am Morgen war, spielte keine Rolle, und nach anfänglichem Zögern konnten sich auch manche der sonst steifen Deutschen Gäste nicht mehr zurückhalten und tanzten hemmungslos mit. Gegen Mittag verlief sich das ganze und für uns begann ein recht erholsames Wochenende, an den wir neue Kraft für die Arbeit sammeln konnten.</p>
<p>Am Montagmorgen setzten wir entgegen unserem ursprünglichen Plan nicht direkt Arbeit im Servir fort. Stattdessen besuchten wir den neuen Bischof von Januaria. Er führte uns durch sein Haus und lud uns schließlich zu einem Gespräch in seinem Wohnzimmer ein. Hier erfuhren wir interessante und z.T. auch schockierende Fakten über die konkrete Situation in Januária. Die Korruption blüht und ihre Wurzeln sind nahezu unangreifbar. Sechs Bürgermeister sind wegen Korruption in den letzten vier Jahren abgesetzt worden,  ein trauriges Bild. Auch Sekten haben in dieser armen Region starken Zuwachs, es mangelt an Ansprechpartnern in den großen Kirchen. Aber der Bischof will sich engagieren und er bot an, uns eines seiner Projekte zu zeigen. So engagiert er sich in Santo Domingo für den Wiederaufbau einer alten Kinderkrippe, die zu Zeiten unseres alten Bischofs, Dom Anselmo Müller, noch florierte, dann aber, nachdem die Mittel der Stadt gestrichen wurden, in wenigen Jahren zusammenfiel. Nur der chemiefreien Garten wird noch von ehemaligen Angestellten weitergeführt.</p>
<p><a href="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/bischof2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-67" title="OLYMPUS DIGITAL CAMERA" src="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/bischof2.jpg?w=500&#038;h=375" alt="" width="500" height="375" /></a></p>
<p>Als wir dann am Nachmittag wieder im Servir unserer Streicharbeit nachgingen, fiel uns etwas auf, was aus unserer Sicht schade ist. Die Ferien, die wegen eines Lehrerstreiks verschoben worden waren, fingen an und damit endete das große Spektakel im Servir. Viele der Kinder und Jugendlichen kommen nämlich in den Ferien nicht dorthin, und wegen der Streicharbeiten wurden die Aktivitäten, die sonst angeboten werden, gedrosselt. Zum Glück gibt es aber ein paar fleißige Brasilianer, die sich unserem Tun angeschlossen haben und uns mit Pinsel und Rolle tatkräftig unterstützten. Nach einigen Diskussionen mit dem Personal ist es uns auch gelungen, dass diese Jugendlichen sich während der Mahlzeiten sich mit an unseren Tisch durften. Mit dieser im Sinne einer Begegnungsfahrt veränderten Sitzordnung konnten wir schließlich auch unsere doch immer noch recht dürftigen Portugiesischkenntnisse aufpolieren, die Konversation wurde von Mahl zu Mahl besser. Dabei entdeckten wir auch die Freude der Brasilianer am Singen. Sie ließen uns einige Deutsche Volkslieder singen, und erwiderten diese mit eigenen Liedgut. So entwickelte sich eine tolle Gemeinschaft, deren baldiges Ende sich langsam auf unser Gemüt legt.</p>
<p>Das Entstehen einer anderen, neuen Gemeinschaft durften unsere Mädels in Pequeno Davi  erleben. Zwischen all dem Wickeln, Füttern und dem Geschrei wurde in dieser Woche ein kleiner Junge von reicheren einheimischen Eltern adoptiert. Dieses Ereignis rief sowohl bei den Brasilianern als auch bei uns große, tränenreiche Freude hervor. Wir wünschen dem kleinen und seiner neuen Familie alles Gute, auf dass er sein Leben lange und gesund genießen kann.</p>
<p><a href="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/pequenodavi1.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-68" title="PequenoDavi1" src="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/pequenodavi1.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Auch der Nachmittag des vergangenen Dienstag hatte eine Überraschung für uns parat. José, der „Mann mit dem grünen Daumen“, führte uns durch den Garten des Servir und erklärte uns, dass hier alles ohne Chemie oder synthetische Stoffe wächst und gedeiht. Die Früchte und das Gemüse werden im Servir gebraucht, aber auch weiterverkauft. In der nächsten Zeit soll der Garten zudem erweitert werden. Als die Führung sich dem Ende näherte, tauchte ein kleines Fernsehteam einen Lokalsenders auf, die uns bei Gang durch den Garten filmten und Interviews mit uns aufnahmen. Außerdem bannten sie unsere Streicharbeit und das fast schon obligatorische Fußballspielen nach getaner Arbeit auf den Film. Die Übertragung des Beitrags im örtliche Fernsehen führte dazu, dass uns in der Folge viele Einheimische ansprachen und uns für unsere Arbeit hier viel Anerkennung und Lob entgegenbrachten.</p>
<p>Mehr als die Hälfte unserer Reise ist nun schon wie im Flug vergangen, so vieles ist hier schon passiert und hat und beeindruckt. Trotzdem wird es nie langweilig &#8211; so stand zum Beispiel am Dienstag die Polizei voll bewaffnet vor unserer Tür, aber&#8230; das erzählen wir nur unseren Eltern. Unsere Zeit in Januaria neigt sich dem Ende, am Mittwoch geht es weiter in Richtung Santarem, von wo aus wir bei einer dreitägigen Bootsfahrt den Tapajos und Amazonas erkunden werden, bevor es dann zurück in die Heimat geht. Aber schon jetzt steht fest, dass die Reise unendlich wertvoll ist, ein prägendes Erlebnis für alle Beteiligten. Wir werden die Brasilianer und ihr Land sicherlich vermissen und hoffen doch, einmal wieder in diese Gegend zu kommen. Aber zuvor wollen wir auch die letzten Züge (oder besser gesagt: „Flüge“) genießen.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/servir2010.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/servir2010.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/servir2010.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/servir2010.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/servir2010.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/servir2010.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/servir2010.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/servir2010.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/servir2010.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/servir2010.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/servir2010.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/servir2010.wordpress.com/65/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/servir2010.wordpress.com/65/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/servir2010.wordpress.com/65/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=servir2010.wordpress.com&amp;blog=14316246&amp;post=65&amp;subd=servir2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Neueres aus Brasilien</title>
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		<pubDate>Mon, 19 Jul 2010 19:39:07 +0000</pubDate>
		<dc:creator>servir2010</dc:creator>
				<category><![CDATA[Uncategorized]]></category>

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		<description><![CDATA[Die erste Arbeitswoche hier in Januária liegt hinter uns und erlebt haben wir einiges. Nach einer kurzen &#8211; und arbeitsfreien – Eingewöhnungszeit am Wochenende waren wir aber auch gut darauf vorbereitet. So wurden am Samstag bereits vorsorglich ein paar Köpfe mit passenden, vor Sonnenstrahlen und Farbklecksen schützenden, Strohhüten ausgestattet. Um das Personal zu schonen, das <a href="http://servir2010.wordpress.com/2010/07/19/neures-aus-brasilien/" class="excerpt-more-link">[&#8230;]</a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=servir2010.wordpress.com&amp;blog=14316246&amp;post=56&amp;subd=servir2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Die erste Arbeitswoche hier in Januária liegt hinter uns und erlebt haben wir einiges. Nach einer kurzen &#8211; und arbeitsfreien – Eingewöhnungszeit am Wochenende waren wir aber auch gut darauf vorbereitet. So wurden am Samstag bereits vorsorglich ein paar Köpfe mit passenden, vor Sonnenstrahlen und Farbklecksen schützenden, Strohhüten ausgestattet.</p>
<p>Um das Personal zu schonen, das mit uns schon genug zu tun hatte, starteten wir am  Nachmittag, aus eigenen Stücken, die erste gemeinsame Waschaktion. Alles von Hand: &#8211; drei Waschtröge in der Küche, Einseifen, Einweichen, Schrubben, Bürsten, Spülen, Wringen und ab auf die Leine. Die einzigen Kommentare vom begleitenden Lehrkörper beim Anblick dieses Tuns waren „Das glaub ich nicht“, „Das hab ich noch nie erlebt“ &#8211; und dann fügte er dem Haufen seine Wäsche auch noch hinzu. Von dieser Strapaze erholten sich anschließend einige am Strand des Rio São Francisco, während sich die Freunde des Fußballs den deutschen Sieg gegen Uruguay im brasilianischen Fernsehen zu Gemüte führten. Der Tag endete mit ersten Studien über das Nachtleben der Brasilianer.</p>
<p><a href="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/wasche2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-58" title="Wäsche2" src="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/wasche2.jpg?w=500&#038;h=655" alt="" width="500" height="655" /></a></p>
<p>Am Sonntagvormittag besuchten wir Pater Herbert. Pater Herbert ist ein aus der Nachbarschaft von Siegen stammender Pater der Missionare von der Heiligen Familie, der schon seit 40 Jahren in Januária weilt. Er hatte uns viel zu erzählen und versorgte uns aus eigener Erfahrung mit vielen interessanten Informationen über die Mentalität der Brasilianer, der Schwierigkeit trotz der hohen Arbeitslosigkeit in Januária zuverlässige Arbeitskräfte zu finden, über die Kriminalität vor Ort und vieles mehr. Wir hatten den Eindruck, er war froh wieder mal Deutsch sprechen zu können und wir waren froh, endlich mal wieder etwas zu verstehen. Der Tag wurde gekrönt mit einer brasilianischen Messe. Das war nun wirklich eine Feier, wie wir sie so in Deutschland selten erlebt haben. Sie endete mit dem 20 minütigem Aufruf eines Aktivisten der Landpastoral, sich an Protestaktionen gegen die zunehmende Landnahme von Großkonzernen aus Japan und Europa zu beteiligen. Der Wasserstand des Rio São Francisco, der Lebensader von Januária, ist in den letzten 20 Jahren um 30 Prozent gesunken. Der über 3500 km lange Fluss erreicht durch die intensiven Bewässerungsprojekte dieser Konzerne nur noch selten sein Mündungsdelta. Die Kleinbauern, die über Generationen das Land bestellten,  werden enteignet; die Früchte gehen ins Ausland.</p>
<p>Leider folgt aber auch in Brasilien nach dem Sonntag der Montag, also unser erster Arbeitstag. Zunächst schaffte Cicero, unser „Ausbilder“, alle möglichen Materialien an, die wir für unsere Aufgaben brauchten. Er erklärte uns wo nötig, wie diese zu bedienen waren, vor allem aber ihre brasilianischen Namen. Escarda steht z.B. für Leiter, was rostig heißt, hat Cicero uns nicht erklärt und warum bei einer 2m hohen Leiter einige Stufen einem entschlossenen Tritt nicht Stand halten konnten, hat er uns nicht sagen können, auch nicht auf Portugiesisch.</p>
<p>Gleich darauf startete die große Schmiergelaktion im Innenhof des Servir-Gebäudes. Die Fassade, geschätzte 150 mal 3 Meter, mussten für den späteren Anstrich angeraut werden.  Am Dienstag überdeckten wir dann unser Werk vom Vortage akribisch mit farbschwangeren Pinseln und Farbrollen. Der Ablauf des Arbeitstages ist dabei vor allem auf das Wohl der Arbeitenden ausgerichtet, denn es gibt großzügige Pausen, in denen man sehr gut verköstigt wird, um später wieder gestärkt loszulegen. Bis zum Freitag wurde so der gesamte Innenhof mit zwei Schichten orangener Farbe überzogen, die wir vorher selbst auswählen durften.</p>
<p><a href="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/fabiakk.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-57" title="Fabiakk" src="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/fabiakk.jpg?w=500&#038;h=749" alt="" width="500" height="749" /></a></p>
<p>Während die Jungs so gut beschäftigt waren, kümmerten die Mädchen sich um die Kleinkinder in der Säuglingsrettungsstation Pequeno Davi. Diese Kinder werden in der Regel in lebensbedrohlichen Zuständen eingeliefert und nach mehreren Monaten oder sogar Jahren nach intensiver Pflege an ihre Eltern zurückgegeben. Die Gründe für ihren Zustand bei der Einlieferung sind unterschiedlich. Viele Familien, die z.T. in völligem Elend leben, können ihr 5. oder 6. Kind nicht mehr ernähren, so wird es stark unterernährt von den Schwestern aufgegriffen oder vom behandelnden Arzt im Krankenhaus an den „Kleinen David im Kampf gegen den Hunger“ überwiesen.  Andere Mütter, auch sie leben in der Regel unter menschenunwürdigen Verhältnissen,  wollen das Kind, das ihnen vom 3. oder 4. Lebenspartner aufgezwungen wurde, einfach nicht mehr und ernähren es bewusst falsch, um sich durch einen natürlich erscheinenden Tod des Problems zu entledigen. Alle diese Kinder bedürfen daher ganz besonders intensiver Pflege. Diese können die Schwestern und ihre freiwilligen Helfer vielleicht noch leisten. Was sie nicht können, ist den Bedarf an körperlichem Kontakt zu stillen, immerhin sind im Moment über 30 Kinder in der Einrichtung untergebracht.  Unsere Aufgaben sind daher breit gefächert, von Wickeln bis Füttern ist alles dabei, vor allem aber Streicheln, Blickkontakt, Lächeln, in den Arm nehmen, beruhigen. Verständigung ohne Worte nennt das  Schwester Maria Luiza, die Leiterin und Initiatorin des Pequeno Davi. Trotz des teilweise sehr nervtötenden Geschreis hatten die Mädchen viel Spaß, denn die Kinder freuten sich über deren Gegenwart und belohnten die geleistete Arbeit mit freundlichen Gesten und viel herzlichem Gelächter.</p>
<p>Bekanntlich ist Arbeit aber nur das halbe Leben und getreu nach diesem Motto setzen wir uns nach Feierabend immer wieder auf unsere Weise mit der fremden, brasilianischen Kultur auseinander. Vor allem Tanzvorstellungen und der Besuch kleiner Lokalitäten locken uns immer wieder. Dort kamen wir auch auf den Geschmack des Nationalgetränks Caipirinha. Kaum zu verstehen, dass wir bis jetzt ohne dieses leben konnten. Beim nachmittäglichen Fußballspielen mit den Kinder und Jugendlichen aus dem Servir sahen wir bis jetzt zugegebenermaßen nicht besonders gut aus.</p>
<p>Die erste Woche war ereignisreich. Neben all der Arbeit konnten wir viele Kontakte zu den Einheimischen knüpfen und uns mit vielen anfreunden. Das Wetter spielte voll und ganz mit, sodass wir sicherlich weiterhin eine schöne Zeit haben werden, die unbezahlbare Erfahrungen mit sich bringt.</p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/servir2010.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/servir2010.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/servir2010.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/servir2010.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/servir2010.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/servir2010.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/servir2010.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/servir2010.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/servir2010.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/servir2010.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/servir2010.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/servir2010.wordpress.com/56/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/servir2010.wordpress.com/56/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/servir2010.wordpress.com/56/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=servir2010.wordpress.com&amp;blog=14316246&amp;post=56&amp;subd=servir2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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		<title>Neues aus Januaria</title>
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		<pubDate>Tue, 13 Jul 2010 20:54:25 +0000</pubDate>
		<dc:creator>servir2010</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Kennen sie Januaria? Ein Getränk, eine Vogelart etwa? Nein, falsch gedacht, es ist eine Stadt in Brasilien, aber wir, zwei von zehn Teilnehmern einer Begegnungsfahrt, können Ihnen dazu mehr erzählen. Zunächst nahmen wir eine 38 stündige Reise, holprige „Straßen“ und eine volle Tüte &#8222;der besonderen Art&#8220; auf uns, um das 80 000-Seelen „Örtchen“ Januaria zu <a href="http://servir2010.wordpress.com/2010/07/13/neues-aus-januaria/" class="excerpt-more-link">[&#8230;]</a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=servir2010.wordpress.com&amp;blog=14316246&amp;post=41&amp;subd=servir2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><a href="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/lisa2s_04451.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-47" title="Lisa2s_0445" src="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/lisa2s_04451.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Kennen sie Januaria? Ein Getränk, eine Vogelart etwa? Nein, falsch gedacht, es ist eine Stadt in Brasilien, aber wir, zwei von zehn Teilnehmern einer Begegnungsfahrt, können Ihnen dazu mehr erzählen.</p>
<p>Zunächst nahmen wir eine 38 stündige Reise, holprige „Straßen“ und eine volle Tüte &#8222;der besonderen Art&#8220; auf uns, um das 80 000-Seelen „Örtchen“ Januaria zu erreichen. Trotz der Strapazen konnten wir schon schnell Zusammenhalt und Gruppendynamik spüren.</p>
<p>Bei unserer Ankunft wurden wir bereits herzlich von Geraldo, Jolanda und Bruna, unsere Gastgeber für die nächsten Wochen, empfangen. Entgegen aller Erwartungen entpuppte sich unsere Unterkunft als gemütliches Wohnhaus, welches für uns mit einigen ausgeliehenen Hochbetten präpariert wurde, die jedoch teils etwas brüchig waren (nachts brach ein Bett mit einem Knall und einem darauf folgenden Fluch zusammen).</p>
<p>Am Tag nach unserer Ankunft gingen wir, durch ein Frühstück gestärkt, in das Servir-Gebäude, wo wir mit einem Capoeira-Tanz der Kinder begrüßt wurden. Daraufhin bekamen wir eine ausgiebige Führung über das Gelände. Hierbei überraschte uns besonders der hauseigene Radiosender.</p>
<p>Am Nachmittag sollten wir dann zum ersten Mal die Kinder und Säuglinge im „Pequeno David“ kennen lernen. Nach einer kurzen Zeit der Schüchternheit stürmten die Kleinen auf uns los und wollten uns für die nächsten zwei Stunden nicht gehen lassen. Hier war der Körperkontakt für die Kinder besonders wichtig, da weder sie noch wir über das ausreichende Vokabular verfügen um anders zu kommunizieren.</p>
<p><a href="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/lisa1s_04591.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-46" title="Lisa1s_0459" src="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/lisa1s_04591.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Am darauf folgenden Samstag hatten wir viel Freizeit, begleitet von einem vorzüglichen Mittagessen bei den Ordensschwestern des Servir. Auch der Begrüßungs-Caipirinha, welchen alle aus einem einzigen Glas tranken, durfte nicht fehlen. Am Nachmittag verfolgten wir gespannt, zusammen mit unserer Gastgeberfamilie, das Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft, während einige Uninteressierte den Strand am Rio São Francisco aufsuchten.</p>
<p>Pfarrer P. Herbert Rohleder, ein Ursprungsdeutscher, berichtete uns am folgenden Tag viel über seine Erfahrungen in Brasilien aus den letzten 40 Jahren. Er erzählte von Kriminalität, Drogenhandel und von der teils sehr gemütlichen Arbeitsweise der Brasilianer. Am Abend besuchten wir die Kirche von Januaria, wo wir einen großartigen Gottesdienst verfolgen durften. Wir verstanden kein Wort, doch es hat sehr viel Spaß gemacht zu singen und sogar teilweise zu tanzen. Gar nicht auszudenken welche Blicke jemand in einer deutschen Kirche ernten würde, würde er anfangen zu tanzen. Von dem Feeling in diesem Gottesdienst können wir uns getrost eine dicke Scheibe abschneiden.</p>
<p>Nächste Woche werden sie mehr über unsere ersten Arbeitstage im Servir bzw. im „Pequeno David“ erfahren. Bis dahin, até logo.</p>
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		<title>Unsere ersten Tage in Brasilien</title>
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		<pubDate>Sat, 10 Jul 2010 19:34:16 +0000</pubDate>
		<dc:creator>servir2010</dc:creator>
				<category><![CDATA[Brasilien 2010]]></category>

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		<description><![CDATA[Wo landet man, wenn man sich in 38 Stunden gute 10000 km vom heißgeliebten Sauerland entfernt? Peking? Miami? Nein, in Januaria. Januaria? Kennt (noch) kaum ein Mensch, aber dieser Zustand wird sich, insbesondere für uns, in den nächsten Wochen sicherlich ändern. Wir, das ist eine Gruppe von zehn wagemutigen Schülern und einem noch wagemutigerem aufsichtführendem <a href="http://servir2010.wordpress.com/2010/07/10/unsere-ersten-tage-in-brasilien/" class="excerpt-more-link">[&#8230;]</a><img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=servir2010.wordpress.com&amp;blog=14316246&amp;post=27&amp;subd=servir2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>Wo landet man, wenn man sich in 38 Stunden gute 10000 km vom heißgeliebten Sauerland entfernt? Peking? Miami? Nein, in Januaria. Januaria? Kennt (noch) kaum ein Mensch, aber dieser Zustand wird sich, insbesondere für uns, in den nächsten Wochen sicherlich ändern. Wir, das ist eine Gruppe von zehn wagemutigen Schülern und einem noch wagemutigerem aufsichtführendem Lehrer, der alle Strapazen und Hindernissen von vorherigen Fahrten zu kennen glaubt.</p>
<p>Am Mittwoch Nachmittag brachen wir auf, und nach guten 40 Stunden, die sich aus Flügen, Bus- und Zugfahrten und mehr oder weniger geplanten zwischenzeitlichen Aufenthalten zusammensetzten, kamen wir reichlich erschöpft mitten in der Nacht an. Allerdings wurden wir trotz der nachtschlafenden Stunde freundlich empfangen, es gab verschiedene kleine Snacks und kühle Getränke. Danach durften wir endlich in unsere Betten fallen, die sich übrigens alle in einem privaten Wohnhaus befinden, das sonst eine Familie bewohnt, und den ersten ruckelfreien Schlaf seit langer, langer Zeit genießen.</p>
<p>Morgens ging es dann nach einem ausgiebigen Frühstück wieder auf die Rolle und die Kinderstation „Servir“ war zum ersten Mal unser Ziel. Der Empfang dort war herzlich, die Kinder und Jugendlichen demonstrierten uns mit einer tollen Show ihre Capoeira-Fähigkeiten und anschließend wurde üppig gespeist. Bei einem Rundgang über das gesamte Gelände konnten wir den großen Obst- und Gemüsegarten, in dem unter anderem Maniok, Bananen und Paprika wachsen, und auch die von uns noch zu streichenden Ecken des Gebäudes begutachten. Anschließend zogen wir uns zu einer kleinen Siesta zurück.</p>
<p><a href="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/gruppenfotoko.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-35" title="Gruppenfotoko" src="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/gruppenfotoko.jpg?w=500&#038;h=333" alt="" width="500" height="333" /></a></p>
<p>Am Nachmittag konnten wir dann für einen Moment nostalgisch werden, denn der Bus mit dem wir zur Kleinkinderstation „Pequeno Davi“ gefahren wurden entstammte grob geschätzt dem 17. Jahrhundert. Dort angekommen hatten wir viel Spaß mit den Kindern, oder besser gesagt die mit uns. Ob es nun Kekse waren, die uns zum Probieren gereicht, Sonnenbrillen, die ein wenig malträtiert, oder deutsche Schüler, die zu Kletterwänden umfunktioniert wurden, stets war die Freude groß. Als es für uns Zeit zum Gehen wurde, wollten unsere neuen Freunde uns nicht gehen lassen und auch wir wollten sie nicht wirklich zurücklassen. Letztendlich kamen wir  aber doch wieder allein in unserem neuen Zuhause an.</p>
<p>Dass wir uns in einer anderen Welt befinden ist bei all den nackten Steinmauern und den teilweise halb verfallenen Gebäuden, welche die holprigen und verstaubten Straßen säumen nicht zu übersehen. Doch trotz dieser recht offensichtlichen Armut treffen wir überall auf große Freundlichkeit und Herzlichkeit, die man so ausgeprägt nur selten findet und die sich auch von sprachlichen Barrieren nicht unterkriegen lässt. Was uns hier noch so alles erwartet, wissen wir zwar jetzt nicht, aber wir werden alles auf uns zukommen lassen und unsere Zeit hier ohne Frage weiterhin genießen.</p>
<p style="text-align:center;"><a href="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/bruwu1ko2.jpg"><img class="aligncenter size-full wp-image-36" title="Bruwu1ko" src="http://servir2010.files.wordpress.com/2010/07/bruwu1ko2.jpg?w=500" alt=""   /></a></p>
<br />  <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gocomments/servir2010.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/comments/servir2010.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godelicious/servir2010.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/delicious/servir2010.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gofacebook/servir2010.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/facebook/servir2010.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gotwitter/servir2010.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/twitter/servir2010.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/gostumble/servir2010.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/stumble/servir2010.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/godigg/servir2010.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/digg/servir2010.wordpress.com/27/" /></a> <a rel="nofollow" href="http://feeds.wordpress.com/1.0/goreddit/servir2010.wordpress.com/27/"><img alt="" border="0" src="http://feeds.wordpress.com/1.0/reddit/servir2010.wordpress.com/27/" /></a> <img alt="" border="0" src="http://stats.wordpress.com/b.gif?host=servir2010.wordpress.com&amp;blog=14316246&amp;post=27&amp;subd=servir2010&amp;ref=&amp;feed=1" width="1" height="1" />]]></content:encoded>
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