Kennen sie Januaria? Ein Getränk, eine Vogelart etwa? Nein, falsch gedacht, es ist eine Stadt in Brasilien, aber wir, zwei von zehn Teilnehmern einer Begegnungsfahrt, können Ihnen dazu mehr erzählen.
Zunächst nahmen wir eine 38 stündige Reise, holprige „Straßen“ und eine volle Tüte “der besonderen Art” auf uns, um das 80 000-Seelen „Örtchen“ Januaria zu erreichen. Trotz der Strapazen konnten wir schon schnell Zusammenhalt und Gruppendynamik spüren.
Bei unserer Ankunft wurden wir bereits herzlich von Geraldo, Jolanda und Bruna, unsere Gastgeber für die nächsten Wochen, empfangen. Entgegen aller Erwartungen entpuppte sich unsere Unterkunft als gemütliches Wohnhaus, welches für uns mit einigen ausgeliehenen Hochbetten präpariert wurde, die jedoch teils etwas brüchig waren (nachts brach ein Bett mit einem Knall und einem darauf folgenden Fluch zusammen).
Am Tag nach unserer Ankunft gingen wir, durch ein Frühstück gestärkt, in das Servir-Gebäude, wo wir mit einem Capoeira-Tanz der Kinder begrüßt wurden. Daraufhin bekamen wir eine ausgiebige Führung über das Gelände. Hierbei überraschte uns besonders der hauseigene Radiosender.
Am Nachmittag sollten wir dann zum ersten Mal die Kinder und Säuglinge im „Pequeno David“ kennen lernen. Nach einer kurzen Zeit der Schüchternheit stürmten die Kleinen auf uns los und wollten uns für die nächsten zwei Stunden nicht gehen lassen. Hier war der Körperkontakt für die Kinder besonders wichtig, da weder sie noch wir über das ausreichende Vokabular verfügen um anders zu kommunizieren.
Am darauf folgenden Samstag hatten wir viel Freizeit, begleitet von einem vorzüglichen Mittagessen bei den Ordensschwestern des Servir. Auch der Begrüßungs-Caipirinha, welchen alle aus einem einzigen Glas tranken, durfte nicht fehlen. Am Nachmittag verfolgten wir gespannt, zusammen mit unserer Gastgeberfamilie, das Länderspiel der Deutschen Nationalmannschaft, während einige Uninteressierte den Strand am Rio São Francisco aufsuchten.
Pfarrer P. Herbert Rohleder, ein Ursprungsdeutscher, berichtete uns am folgenden Tag viel über seine Erfahrungen in Brasilien aus den letzten 40 Jahren. Er erzählte von Kriminalität, Drogenhandel und von der teils sehr gemütlichen Arbeitsweise der Brasilianer. Am Abend besuchten wir die Kirche von Januaria, wo wir einen großartigen Gottesdienst verfolgen durften. Wir verstanden kein Wort, doch es hat sehr viel Spaß gemacht zu singen und sogar teilweise zu tanzen. Gar nicht auszudenken welche Blicke jemand in einer deutschen Kirche ernten würde, würde er anfangen zu tanzen. Von dem Feeling in diesem Gottesdienst können wir uns getrost eine dicke Scheibe abschneiden.
Nächste Woche werden sie mehr über unsere ersten Arbeitstage im Servir bzw. im „Pequeno David“ erfahren. Bis dahin, até logo.

